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WAS IST EIGENTLICH DER BUDDHISMUS?
    
  ...lassen wir gleich den "Buddha" selbst sprechen:

"Glaubt nicht an irgendwelche Überlieferungen, nur weil sie für lange Zeit in vielen Ländern Gültigkeit besessen haben. Glaubt nicht an etwas, nur weil es viele dauernd wiederholen. Akzeptiert nichts, nur weil es ein anderer gesagt hat, weil es auf der Autorität eines Weisen beruht oder weil es in einer heiligen Schrift geschrieben steht. Glaubt nichts, nur weil es wahrscheinlich ist. Glaubt nicht an Einbildungen und Visionen, die ihr für gottgegeben haltet. Glaubt nichts, nur weil die Autorität eines Lehrers oder Priesters dahinter steht. Glaubt an das, was ihr durch lange eigene Prüfung als richtig erkannt habt, was sich mit eurem Wohlergehen und dem anderer vereinbaren lässt."


Buddha - war/ist kein Gott, nur ein Mensch!

Buddhismus... ist eigentlich auch gar keine "Religion"!

Buddhismus ist auch keine "Bring-Religion".

Niemand sagt: komm her und glaube!

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Buddhismus ist ein Angebot, unverbindlich: komm her und sieh selbst. Im Buddhismus gibt es keine Seele, folglich auch keine berufsmässigen Seelsorger. Buddhismus muss jeder für sich selbst erschliessen, erfassen, begreifen - Buddhismus erfordert also eine gehörige Portion Vernunft. Und genau die wird bei den theistischen Religionen nicht gerne gesehen.

Für einen Buddhisten gibt es weder Sünde noch Vergebung durch einen imaginären Gott oder Messias.

Alles das, was uns heute als ungerecht erscheint, ist nichts anderes als das Ergebnis von Karma (Pali: Kamma), also das Resultat aus unseren Taten, die wir in "früheren" oder auch im jetzigen Leben vollzogen haben, heilsame Taten als auch unheilsame Taten - alles was uns also widerfährt, ist lediglich die "Quittung" für unser Verhalten. Daraus ergibt sich eine sehr wichtige Tatsache:

Buddhisten suchen (oder besser gesagt: finden) die Ursache für evtl. missliche Lebenssituationen niemals bei anderen, sondern nur bei sich selbst!


Der Buddhismus lehrt keine fatalistische Vorbestimmung, kein Kismet, keine göttliche Vorsehung, kein vorausbestimmtes oder unabdingliches Schicksal, sondern Wirkungen, die sich ausschliesslich aufgrund unseres früheren oder jetzigen Tun's und Lassen's ergeben. Für die positiven oder negativen karmischen Folgen ihres/seines Handelns ist also jede/r selbst verantwortlich, kein imaginäres vorausbestimmtes Schicksal.

Buddhismus ist auch kein esoterischer, mystischer, im Wellnessbereich angesiedelter Lifestyle für frustrierte Abendländer.

 Buddhismus ist auch nicht unbedingt eine "fernöstliche" Religion ebenso wie das Christentum keine "nahöstliche" ist. 99,99 % der bekennenden Buddhisten laufen nicht in orangefarbenen Kutten durch's Leben oder stottern im Lotussitz in tiefer Meditation versunken ihre Jahre ab - sie sind Menschen wie du und ich. Buddhisten, die die Lehre des Buddha bereits verstehen und akzeptieren, haben erkannt, dass die Ursache alles Leidens nur in jedem von uns selbst liegt.

buddhismus meditation

Und wir dennoch sehr viel tun können, um unsere Lebenszyklen möglichst angenehm zu gestalten.

 Der erste Schritt dazu ist: Erkenne! 

Der Kern der Lehre des Buddhismus ist eine praktisch angewendete Lehre, die hilft den Menschen sich geistig weiter zu entwickeln. Nach der Lehre kann ein Mensch seine Energie so lange anreichern, bis er nur noch glücklich lebt egal was geschieht. Damit wächst er aus Zuständen wie Wut, Leiden, Langeweile etc.

Seit über 2600 Jahren hat die buddhistische Tradition eine Vielzahl von Praktiken und Lehren entwickelt, die den unterschiedlichen Bedürfnissen verschiedener Menschen, Zeiten, Kulturen und Temperamenten angepasst sind. Der Buddhismus bietet eine weitreichende Vision an, die dem geistigen Wachstum von Menschen keine Grenzen setzt.

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In gewisser Hinsicht sind Buddhisten also Atheisten.


Die Lehre lehnt den Glauben an einen übermächtigen, allesbeherrschenden und alles kreierenden Gott ab. Eugen Drewermann (deutscher Theologe und Psychoanalytiker) brachte das buddhistische Gottverständnis folgendermassen auf den Punkt: Ein Gott, der alles kann, aber nichts tut, ist nicht glaubwürdig angesichts von unendlich viel Leid auf Erden.


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Die Buddhisten und das Kamma

Kamma (Kamma Vipâka), ist bekannt als das Gesetz von Ursache und Wirkung oder als das Gesetz von Aktion und Reaktion. Es ist das eigene Kamma, das bestimmt, warum ein Mensch einer Infektion erliegt und ein anderer nicht, und wodurch entschieden wird, warum drei Menschen beim Betreten des gleichen glitschigen Bodens drei verschiedene Resultate erfahren. Das Kamma „kümmert" sich darum, dass jeder Mensch in seinem Leben das bekommt, was er verdient - nicht mehr und nicht weniger. Die Lebensbereiche eines Menschen, die zu verschiedenen Teilen aus Freude oder Leid bestehen, sind nicht mehr und auch nicht weniger das Resultat seiner eigenen vergangenen Handlungen - in guter oder schlechter Richtung. So sehen wir, dass das Kamma ein genauer 'Buchhalter' ist. Jeder Mensch webt sich selbst sein eigenes Netz der Bestimmung. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Oder wie es der Buddha in der Anguttara Nikaya sagt:

„Alle Wesen sind die Eigner ihrer Handlungen - 
Ihre Taten sind die Geburtsstätte aus der sie entspringen - 
Mit ihren Taten sind sie verbunden - 
Ihre Taten sind ihre Zuflucht. 
Was immer sie tun, ob Gutes oder Schlechtes - 
Dessen Erbe werden sie sein."

Die Wissenschaft lehrt uns, daß Energie nicht vernichtet werden kann, sondern sie wird in andere Energieformen umgewandelt. Warum sollten diese mächtigen Energien vergangener Handlungen (angetrieben durch das Begehren und motiviert durch den Lebenswillen) nicht auch weiterhin ihren mächtigen Einfluss ausüben können? Auch wenn sie in anderer Form und anderen Daseinsbereichen in Erscheinung treten?! 

Sie könnten fragen: „Was ist das, was von einer Existenz zur anderen 'wandert'? - 'Wandern' die kammischen Energien oder ihre mächtigen, gewirkten Resultate? Oder 'wandert' das Bewusstsein selbst?" Die Antwort auf alle diese Fragen ist ein entschiedenes „Nein!" 

Bewusstsein 'wandert' nirgendwohin.
Aber kammische Energien der absichtlich ausgeführten Handlungen sind eine so starke Kraft oder Macht, die ihren Einfluss ungeachtet der Entfernung wirken lassen können.


Unwissenheit ist der Verursacher 
dieser trostlosen Runde. 
Nicht zählbar sind Geburt und Tod
Für den, der weiß, gibt es kein Später, 
es wartet keine Zukunft mehr.

Kamma ist also nicht etwas, das einer geschlossenen Kiste der Vergangenheit entspringt, sondern es ist in fortlaufender Entwicklung. Durch unsere Taten tragen wir ständig dazu bei - und doch ist die Zukunft nicht nur durch die Vergangenheit bedingt, die Gegenwart bedingt sie auch.

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Die Buddhisten und das Nirvana

Das Wort wird im Zusammenhang mit dem Buddhismus oft gebraucht, meist aber Missverstanden...

Dazu gleich ein kurzes Ziatat von Verena Reichle das eigentlich alles sagt:

"Nirvana ist Freiheit, aber nicht Freiheit von den Umständen, sondern Freiheit von den Fesseln, mit welchen wir uns an die Umstände gebunden haben. Derjenige Mensch ist frei, welcher stark genug ist zu sagen: "was immer kommt, akzeptiere ich als das beste".

Nirvâna (Sanskrit); Nibbâna (Pali) ist die Bezeichnung für das buddhistische Heilsziel, den Austritt aus dem Kreislauf der "Wiedergeburten" im Buddhismus. Das Wort bedeutet »Erlöschen« (wörtlich “Ver-wehen”) und meint das Auslöschen aller an das Dasein bindenden Faktoren (Ich-Sucht, Gier, Anhaften usw.) – Verwandte Begriffe im Buddhismus sind “Leerheit” (Skrt: Shunyata) sowie “Soheit” (Tathata).

Der Begriff Nirvana ist äußerst schwer zu definieren und hat in der Rezeptionsgeschichte des Buddhismus im Westen zu mancherlei Mißverständnissen geführt, insbesondere hat es dem Buddhismus den unberechtigten Vorwurf eingebracht, es handele sich um eine nihilistische Lehre. Es kann letztlich nicht mit Worten beschrieben werden - es kann nur erlebt und erfahren werden als Folge intensiver meditativer Schulung. Das Leben ist einer Münze vergleichbar: die eine Seite ist Samsara (weltliche, relative Existenz), die andere ist Nirvana (überweltliche, absolute). Beide Seiten sind untrennbar miteinander verbunden.

In buddhistischer Sicht besteht das Nirvana nicht als Örtlichkeit. Es ist kein Himmel und keine greifbare Seligkeit in einem Jenseits. Nirvana ist ein Abschluss, kein Neubeginn in einer anderen Sphäre. Somit ist es ein Zustand der Zustandslosigkeit, in dem alle Vorstellungen und Wunschgebilde gleichsam überwunden und gestillt sind.

Die Erreichung des Nirvana geschieht im Loslassen von allen an die Welt haftenden Bedingungen (vgl. samsara). Folglich ist Nirvana nichts, das sich erst mit dem Tode einstellt, sondern kann – die entsprechende Stufe spiritueller Entwicklung vorausgesetzt – auch schon im Leben erreicht werden (Arahat). Nirvana ist auch kein Zustand ewigen Glücks, denn alle Glückszustände sind vergänglich wie alle Dinge dieser Welt. Das »Glück« des Nirvana besteht gerade darin, dass es kein Glück verheißt. Nirvana ist gleichbedeutend mit innerer Ruhe und besteht im Freisein von aller Unruhe des Geistes, allen Wünschen und Denkvoraussetzungen.

Das Nirvana ist also nicht ein Ort, es ist einfach ein Zustand, in dem es kein Leid mehr gibt. Die Leute, die das Nirvana erreichen, heißen Buddha. Um das Nirvana zu erleben, müssen wir das Kamma durch positive Taten erschöpfen...

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Wie funktioniert eigentlich die Wiedergeburt?

Eine "Richtigstellung": Im Buddhismus gibt es keine "Wiedergeburt".

Unser Geist hat keinen Anfang und kein Ende, er war und ist immer da. Wenn der Geist sich mit einem neuen physischen Körper vereinigt, so wird dieser jedesmal "neu" geboren bzw. aus in der Natur vorhandenen Komponenten "zusammengesetzt", es wird also nichts "wieder" geboren.


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Die Buddhisten und der Tod

„Sterben ist nichts anderes als eine Rückschau auf das Leben, 
und die Geburt nichts anderes als eine Vorschau auf den Tod."


Nicht ohne Grund hat der Buddha eindringlich seinen Anhängern die achtsame Betrachtung über den Tod als Übung nahe gelegt. Man nennt sie: maranânussati bhâvanâ. Jemand, der sich darin üben möchte, sollte sich zu bestimmten Zeiten dem Gedanken widmen: Der Tod wird stattfinden.

Eine Art, den Tod zu begreifen, ist ein Verständnis über das Gesetz der sankhâra oder 'Gruppen'. Dieses Gesetz besagt, dass alles eine Verbindung von Dingen ist, und das nichts aus sich selbst heraus (als unabhängige Wesenseinheit) existieren kann.  Sankhâra ist ein Begriff aus der Pali-Sprache, um Gruppen, Anhäufungen, Verbindungen oder Zusammensetzungen zu bezeichnen. Dieses Wort leitet sich von der Silbe - 'San' (zusammen) - und der Wurzel - 'Kar' (machen) - ab. Es entsteht die Bedeutung: Zusammengesetzt, Zusammengefügt oder Zusammenkombiniert. 

„Alle Dinge dieser Welt", so sagt der Buddha, „sind nur Zusammenhäufungen oder Verbindungen". 

Das bedeutet, sie existieren nicht aus sich selbst heraus, sondern sind aus verschiedenen Dingen zusammen gesetzt. Ob es ein riesiger Berg oder ein winziges Senfkorn ist, alles ist nur eine Verbindung von mehreren Dingen. Nichts ist eine geschlossene Einheit in sich, nichts ist eine Wesenseinheit - egal wie groß oder klein es ist. Weder Sonne noch Mond noch das kleinste Sandkörnchen sind eine Wesenseinheit. Jedes dieser Dinge ist ein sankhâra - eine Verbindung von mehreren, verschiedenen Dingen. 

Diese Dinge erscheinen uns als geschlossene Einheiten wegen der Fehlbarkeit unserer Sinneswahrnehmung, d.h. wegen unserer beschränkten Fähigkeiten zu sehen, zu hören, zu riechen, zu tasten, zu schmecken und zu denken. Die Wissenschaft hat diese Ansicht akzeptiert, nämlich dass unsere Sinne keine unfehlbare Führung für uns sind. Eine „dauerhafte" Wesenseinheit ist nur ein Konzept, nur ein Begriff. In der Wirklichkeit existiert sie nicht. 
In der gleichen Weise sind auch 'Mensch' - 'Mann' - 'Frau' - 'Ich' - nur Namen und Bezeichnungen und nicht Ausdruck für etwas, das tatsächlich existiert. Der Begriff sankhâra bezieht sich nicht nur auf Verbindungen der materiellen Welt und der zur materiellen Welt gehörigen Qualitäten, benannt als 'Körperlichkeit' (rûpa), sondern bezieht sich auch auf den Geist und die dazugehörigen Funktionen, benannt als 'das Geistige' (nâma). So ist auch der Geist wie der Körper, nur eine Zusammenfügung oder Kombination.

Nicht findet man der Taten Täter
Kein Wesen, das die Wirkung trifft
Nur leere Dinge ziehen vorüber
Wer so erkennt hat rechten Blick.

Alle bedingt entstandenen Erscheinungen sind also vergänglich.

Nichts auf dieser Welt ist stabil oder statisch. In der Zeit bewegt sich alles, ob es uns gefällt oder nicht. Nichts auf dieser Welt kann das 'Fließen' der Zeit anhalten, und niemand kann Zeit überleben. Nirgendwo gibt es Stabilität. Vergänglichkeit und Veränderungen beherrschen die Welt. Deshalb sind alle geistigen und körperlichen Prozesse vergänglich und flüchtig. Veränderungen mögen langsam oder schnell vor sich gehen, wahrnehmbar oder unwahrnehmbar sein - jedoch etwas wie Stillstand gibt es in dieser bedingten, sich ständig ändernden Welt nicht. Auch wir, als Teil dieser Welt, verändern uns ständig. Weil es Veränderung gibt, gibt es Wachstum - weil es Veränderung gibt, gibt es Zerfall. Wegen der Vergänglichkeit führt Wachstum zu Verfall.

Die 'Bedingte Entstehung'.

Es gibt noch einen anderen Gesichtspunkt, von dem aus wir den Tod studieren können. Es ist das Gesetz der 'Bedingten Entstehung', das sehr eng mit dem Gesetz von aniccâ, der Vergänglichkeit, verknüpft ist. Sankhâras sind nicht nur aus vielen Dingen zusammen gesetzt, sondern auch durch verschiedene Dinge bedingt. Wenn diese bedingenden Faktoren aufhören zu existieren, hört auch das Ding auf zu existieren, das aus ihnen zusammen gesetzt ist. Das ist das Gesetz der 'Bedingten Entstehung' und wird vereinfacht folgendermaßen beschrieben:

Wenn dies existiert, existiert auch jenes. Wenn das zum Entstehen kommt, kommt auch
jenes zum Entstehen. Wenn dieses nicht ist, ist auch jenes nicht. Wenn dieses vergeht,
vergeht auch jenes. 

Da dieses Prinzip universell anwendbar ist, liegt auch der Prozess von Leben und Tod in seinem Geltungsbereich. Die Kette der lebens-bedingenden Faktoren besteht aus zwölf Gliedern. Sie ist bekannt unter dem Namen: Paticca Samupada , das Gesetz der 'Bedingten Entstehung'. Eine Kenntnis dieses Gesetzes ist von höchster Wichtigkeit. In der Mahâ Nidâna Sutta der Digha Nikâya, sagt der Buddha zu Ananda: „Es ist wegen des Nicht-Verstehens, des Nicht-Durchdringens dieser Lehre, weshalb die Wesen wie eine Rolle Garn verstrickt sind." 

Die Formel der 'Bedingten Entstehung' lautet wie folgt: 

Bedingt durch die Unwissenheit, entstehen Aktivitäten 
Bedingt durch Aktivitäten , entsteht Bewusstsein 
Bedingt durch Bewusstsein, entsteht Körperliches & Geistiges
Bedingt durch Geistiges & Körperliches, entstehen die sechs Grundlagen (für geistige Vorgänge) 
Bedingt durch die sechs Grundlagen, entsteht Kontakt 
Bedingt durch Kontakt, entsteht das Gefühl 
Bedingt durch das Gefühl, entsteht Begehren 
Bedingt durch Begehren, entsteht Anhaftung
Bedingt durch die Anhaftung, entsteht der Werdeprozess 
Bedingt durch den Werdeprozess, entsteht Geburt 
Bedingt durch die Geburt, entstehen Altern und Tod. 

Dieser Prozess wirkt ständig (ad infinitum), und so wurde gesagt:

Immer und immer wieder sehnen sich Unwissende nach neuer Geburt 
Immer und immer wieder  kommt die Geburt und kommt der Tod 
Immer und immer wieder  tragen uns die Menschen zu Grabe.

Dieses wichtige Gesetz ist leichter beschrieben, als es verstanden werden kann. Es ist eine der wichtigsten Lehren, die der Buddha jemals gab. Nur intensives und häufiges Bedenken dieser Lehre wird uns die tiefe Bedeutung offenbaren.

Biologen sagen, daß sich der menschliche Körper in ständiger Veränderung befindet. Dass die Zellen, die den Körper ausmachen, alle sieben Jahre ersetzt werden. Der Buddhismus sagt, dass sich Veränderungen im Körper jeden Moment vollziehen. Nicht für zwei aufeinanderfolgende Momente ist der Körper der selbe. Letztendlich ist er ein Strom verschiedener kleinster Teilchen von Materie, die jeden Augenblick entstehen und vergehen. Dieser Körper stirbt also innerhalb seiner Existenz ständig und wird auch ständig 'wiedergeboren'. Dieser momentane Tod findet in jedem Moment unserer Existenz statt. 

In der Visuddhi Magga wird gesagt, dass im letztendlichen Sinne die Lebensdauer der Lebewesen extrem kurz ist, und nur so lange andauert, wie ein einziger Bewusstseinsmoment: 

So wie das rollende Rad einer Kutsche, 
den Boden nur an einem Punkt seiner Umrandung berührt, 
genauso lange dauert das Leben der Wesen:
Nämlich nur einen Bewusstseinsmoment.
Wenn dieses Bewusstsein vergeht, 
vergeht auch dieses Wesen." 

Wir können also sagen, dass wir in jedem Moment unseres Lebens sterben und neu geboren werden. Es stellt sich die Frage: „Warum sollten wir ausgerechnet den einen Moment besonders fürchten, der das Ende unserer Existenz kennzeichnet? Wenn es diese unzählbaren Momente des Todes schon oft gab, warum sollten wir den letzten mehr fürchten, als all die anderen vorher?" 

Das Nicht-Wissen, die Nicht-Kenntnis der Natur der 'momentanen Tode' oder des ständigen Sterbens lässt uns den Tod dieses einen Momentes, der das Ende unserer Existenz kennzeichnet, besonders fürchten. Aber auch deswegen, weil der nächste Lebensmoment weder verstanden, noch gesehen wird. Der letzte Moment dieser Existenz ist nur einer von ungezählten Todesmomenten. Einer, der den anderen nur gefolgt ist.

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Fünf Betrachtungen für jeden Menschen


1. Dem Altern bin ich unterworfen, kann dem Alter nicht entgehen.

2. Der Krankheit bin ich unterworfen, kann der Krankheit nicht entgehen.

3. Dem Sterben bin ich unterworfen, kann dem Sterben nicht entgehen.

4. Von allem Lieben und Angenehmen muß ich scheiden und mich trennen.

5. Eigner und Erbe meiner Taten bin ich, meinen Taten entsprossen, mit ihnen verknüpft, habe sie zur Zuflucht, und die guten und bösen Taten, die ich tue, werde ich zum Erbe haben."

...indem nun diese Tatsachen häufig bei sich erwägt werden, schwindet der...1. Jugendrausch... 2. der Gesundheitsrausch...3. der Lebensrausch... 4. das begehrliche Verlangen... 5. der schlechte Wandel... gänzlich oder sie werden abgeschwächt....

...indem diese Tatsachen häufig bei sich erwägt werden, erschließt sich ihm (oder ihr) der Pfad. Jenen Pfad hegen und pflegen sie nun, wandeln ihn beharrlich, es lösen sich ihnen die Fesseln und die Neigungen schwinden.

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Müssen Buddhisten Vegetarier sein?

„Buddhisten sind Vegetarier“ oder „Buddhisten töten keine Tiere, weil sie glauben, dass es sich um ihre Großeltern handeln könnte.“

Solche Ansichten begegnen einem oft, wenn über Ernährungsregeln im Buddhismus gesprochen wird.

Weder das Eine noch das Andere entspricht so den Tatsachen. Sieht man von streng geregelten Abläufen in einzelnen buddhistischen Traditionen ab, gibt es im Buddhismus keine allgemein gültigen Speisevorschriften. Für buddhistische Mönche stellt sich die Frage nach der Art ihres Essens nicht. Sie müssen von dem leben, was ihnen bei ihrem Almosengang in die Schale gegeben wird. Das ist zwar traditionell sicher vegetarische Kost, es kann in einigen Ländern aber auch Fleisch sein. Dem Mönch wird im Palikanon aber auferlegt, das Fleisch eines eigens für ihn getöteten Tieres nicht zu essen. Das legt nahe, daß Gotama Buddha den Verzehr von Fleisch also abgelehnt hat (orthodoxes hinduistisches Umfeld).

Die Lehre des Buddha baut auf Einsicht und Erkenntnis des Einzelnen und dessen Selbstverantwortung auf. Daraus entsteht eine buddhistische Ethik, die auf alle Belange des Lebens anzuwenden ist. Auch auf den Bereich der Ernährung. Achtsamkeit darauf, ob die Art wie ich meine Essensgewohnheiten gestalte, meinem Körper nützt oder schadet.

Aus den Grundregeln der buddhistischen Ethik leitet sich die Achtung vor allem Lebenden – besonders auch die Achtung vor Tieren und vor der uns umgebenden Natur ab. Das bedeutet, sein Leben so zu gestalten, und dabei auf sein eigenes Wohlergehen genauso zu achten, wie auf das aller anderen Wesen.

Diese Achtsamkeit muss sich auch auf das „Was „ und das „Woher“ unserer Nahrung beziehen. Werden durch die Beschaffung unserer Nahrung andere in Mitleidenschaft gezogen? Verursacht unser Schnitzel am Teller qualvolle lange Tiertransporte und den Umgang mit den Tieren als reine „Sache“ in Tierfabriken? Wurde bei der Produktion unserer Nahrung die Natur in unwiederbringlicher Weise geschädigt und Ressourcen verantwortungslos aus reiner Gewinnsucht vernichtet?

Wir leben in einer Welt der großen und schnellen Veränderungen und daher können heute gültige Maßstäbe morgen schon ihre Gültigkeit verloren haben. Wir sind daher gefordert, ständig mit Achtsamkeit unsere Verantwortung wahrzunehmen.

Der Buddhismus wird auch als ein Weg des Vermeidens der Extreme –
also als ein Weg der Mitte – bezeichnet.


Diese Ausgewogenheit soll auch für unsere Ernährung Gültigkeit haben. Solange aber eine Mehrheit der Weltbevölkerung hungert, während eine Minderheit im Überfluss lebt, besteht eine immense Herausforderung und schwere Verantwortung für Buddhisten!

******

>>>Wenn irgendeine Ernährungsform, ob nun Vegetarismus oder Makrobiotik, zum Dogma wird an dem wir hängen und das in uns Selbstgerechtigkeit und die Tendenz zur Verurteilung anderer erweckt, wird sie wieder zur Fessel für einen Buddhisten<<<


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Buddhismus und Homosexualität

Der Buddhismus schreibt keine besondere Form des Geschlechtslebens vor, weshalb auch Homosexualität und andere sexuelle Ausdrucksformen keinerlei moralische Verurteilung erfahren. Dennoch besteht der Aufruf, sich des gierhaften Anhängens zu enthalten und auch niemandem sexuelle Handlungen aufzunötigen. Grundsätzlich gilt, niemandem eine bestimmte Form des Geschlechtslebens aufzuzwingen, womit auch die Vermeidung sexueller Ausbeutung und die Protektion von Minderjährigen, Untergebenen, Hilflosen und Schutzbefohlenen gemeint ist.


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Viele Buddhisten beten aber doch Idole an und verbrennen z.B. Papiergeld - ist das auch buddhistisch?

 Eines der weitestverbreitetsten Missverständnisse war und ist die "Vergötterung" des Gotama Buddha, also die fälschliche Annahme, dass es sich bei ihm um einen Gott handle. Der Buddha war ein Mensch wie Du und ich und ist ins Nirvana eingegangen, d.h. er existiert nicht mehr innerhalb des Wiedergeburtskreislaufes.

Aus dieser fälschlichen Annahme resultieren auch immer wieder Auffassungen, dass Buddhisten eine Buddha - Statue "anbeten".

Dem ist nicht so
.

Wenn Buddhisten einem Abbild des immer bewusst als Menschen dargestellten Buddha in verschiedensten Formen ihre Verehrung zeigen, dann ist das im Grunde genommen nichts anderes als eine Respektsbezeugung dem Menschen Gautama gegenüber, etwa in der Art, als wie wenn man eine höhergestellte Persönlichkeit begrüsst oder beim Abspielen der Nationalhymne salutiert.


Wenn z.B. Christen zu ihrem Gott beten, dann sind damit fast ausschliesslich immer Wünsche nach oder für irgendetwas verbunden, insbesondere auch dass diese Anliegen von Gott erhört werden.

Buddhisten haben aber niemanden, zu dem sie beten würden, die Verehrung einer Buddhastatue dient u.a., zur Erinnerung, dass man Friede und Liebe in sich selbst erwecken kann und muss.

Es ist wahr, dass viele Buddhisten sich neben der Buddhaverehrung noch anderer Bräuche bedienen, die aber allesamt auf Aberglauben oder Missverständnissen beruhen. Der Buddha hat solche Bräuche niemals gutgeheissen, solange daraus aber kein Schaden für andere Wesen entsteht - des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Ob er nun Papiergeld in Millionenbeträgen zusammen mit Luxusautos aus Papier verbrennt, so ist das zwar abergläubisch, schädigt aber niemand, im Gegenteil, es fördert die Entwicklung der Güte auch und gerade den eigenen Verstorbenen gegenüber, denen solche "Opfer" ihr neues Dasein erleichtern sollen. 

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Gibt es im Buddhismus eine Hochzeit?

Der Begriff der Ehe nach abendländischem Sinn besteht im Buddhismus nicht. Es gibt nur einen Definitionsversuch, der der Ehe nahekommt, der aber nie allgemein gültig ist. Diese Definition unterliegt dem jeweiligen kulturellen und gesellschaftlichen Umfeld.

Im Buddhismus spricht man eher von einer Lebensgemeinschaft - diese Gemeinschaft entsteht daraus, dass zwei Menschen beschlossen haben, den Lebensweg gemeinsam zu gehen. Es ist der buddhistischen Religion kein Hindernis, wenn einer der Partner nicht buddhistisch ist, oder im vorherigen Leben schon Lebensgemeinschaften geführt hat - so sellt sich die Problematik von Gemischt-Konventionellen oder Geschiedenen-Wiederverheiraten nicht. Es ist auch keine Notwendikeit vorher eine weltlich rechtliche Eheschließung zu vollziehen.

Der Grundsatz der Buddhisten ist der, dass der Mensch  als unfreif  seinen Lebensweg beginnt und ihn mit Hilfe der buddhistischen Lehre als reif beendet. In diesem Sinne versteht sich auch die buddhistische Lebensgemeinschaft - beide Persönlichkeiten sollen sich  am gemeinsamen Lebensweg entfalten. Es gibt auch keine Ge- und Verbote, deshalb wird auch nicht vorgeschrieben wie man sich in einer guten Ehe verhalten soll. Jedoch werden Methoden und Anleitungen gegeben, wie jeder das für sich selber herrausfinden kann.

Tiefe Eigenverantwortung und keine Oberflächlichkeit - Freiheit statt einschränken - so soll das gewünschte Ziel leichter erreicht werden. In der buddhistischen Religion ist die Hieirat keine Voraussetzung für ein glückliches Zusammenleben. Jedoch sind Rituale immer wieder eine Stütze für den Menschen - deshalb kann der Ritus einer "Hochzeit" eine hilfreiche Stütze für den gemeinsamen Lebensweg sein.

buddhistische hochzeit

"Buddhistische Hochzeit in Sri Lanka (Theravada)"

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Mehr Infos:
Österreichische Buddhistische Religionsgemeinschaft
Tel: 01-5123719
Mail: oebr@aon.at
www.buddhismus-austria.at

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"Zum Leben gehört Wandel, Veränderung, Vergänglichkeit. Der Mensch möchte sich aber an Zustände, Dinge oder Menschen klammern, wenn sie ihm angenehm sind oder Sicherheit beiten, wenn ihm etwas vertraut ist oder er etwas gewohnt ist. Dieses Anklammern und Festhalten gilt als die eigentliche Ursache des Leidens, denn wenn man sich nicht anklammerte, wäre der Wandel nicht leidhaft.

Verena Reichle



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